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Kloster Teplá
Am Tepl-Fluss im Tepler Hochland in Westböhmen liegen westlich von Marienbad die Stadt und das Stift Tepl. Die Siedlung entstand im 12. Jahrhundert bei einer bereits vorhandenen slawischen Burg. Seit 1385 besitzt der Ort Stadtrechte.

Bekannt aber ist Tepl durch das gleichnamige Stift, das 1193 vom seligen Hroznata als Prämonstratenserkloster gegrüdet und vom Kloster Strahov aus besiedelt wurde.

B. Hroznata M. v premonstrátském øádovém rouchu (v pozadí klášter Teplá)
B. Hroznata M. v premonstrátském øádovém rouchu (v pozadí klášter Teplá)

Hroznata stammt aus einer altadeligen begüterten Familie und Gaugraf des Bezirkes. Hroznata wollte 1197 am Kreuzzug Kaiser Heinrich VI. ins Heilige Land teilnehmen, doch entband ihn der Papst nach dem Scheitern des Kreuzzuges von seinem Gelübde, worauf Hroznata in Tepl ein Kloster für Prämonstratenser stiftete. Im Jahre 1198 trat er in Rom selbst in den Prämonstratenserorden ein, kehrte dann 1202 nach Tepl zurück und sorgte hier für die Verwaltung der Kirchengüter. Von habgierigen Rittern aus dem Egerlande gefangen genommen und auf der Burg Kinsberg bei Eger eingekerkert, zog Hroznata es vor, lieber den Hungertod zu sterben, als Märtyrer von Rom am 16. September 1897 bestätigt. Sein Fest ist am 14. Juli.

Hroznata

Unter dem ersten Abt Johann wurde 1232 die Klosterkirche im Beisein des böhmischen Königs vom Bischof von Prag eingeweiht. Das aufblühende Kloster Tepl wurde 1380 durch die Pest völlig entvölkert, woraufhin man seit 1381 deutsche Kolonisten in der Umgebung ansiedelte. In der Hussitenzeit blieb Tepl von Plünderungen verschont und erlebte unter Abt Sigismund Hausmann (1458 - 1506) eine Blüte.


Eine schwierige Zeit für das Kloster kam in der Reformation, der aber eine Reihe grosser Abte erfolgreich entgegenwirken konnte. In den Wirren des 30 jähringen Krieges litt das Stift sehr. Nach dem Prager Fenstersturz fanden Kanzler Slawata und Erzbischof Johannes Lohelius auf ihrer Flucht vorübergehend Aufnahme in Tepl. Die Truppen des Winterkönigs plünderten das Kloster 17 Tage lang. 1641 und 1648 taten dies auch die Schweden. 1659 brannte das Stift völlig nieder. Der heutige Bau wurde unter Abt Raimund II. Wilfert (1688 - 1722) ausgeführt (Der Bibliothekstrakt stammt erst aus der Zeit des Abtes Gilbert Helmer zu Beginn dieses Jahrhunderts.

In der Zeit der Gegenreformation nach der Schlacht am Weissen Berg gewann Tepl Bedeutung für die Wiedereinführung der katholischen Lehre, da von Chorherren des Stiftes zahlreiche Pfarreien in Westböhmen besetzt wurden.

Im 18. Jahrhundert brachten die Kriege Österreichs mit Preussen neue Not und Schäden, doch gelang es Abt Hieronymus Ambros (1741 - 1767) die Landwirtschaft zu heben und das Kloster bis zu seinem Tode zu einer neuen Blüte zu führen. Das Stift wurde ein Mittelpunkt von Kunst und Wissenschaft, die Bibliothek wurde vergrössert und eine Sammlung von Mineralien und ein physikalisches Kabinett angelegt. Abt Chrysostomus Pfrogner (1801 - 1812), der vorher Rektor und Professor für Kirchengeschichte der Prager Universität gewesen war, machte das Stift zu einer Pflegestätte der Wissenschaft. 1804 übernahm das Stift das Gymnasium in Pilsen. Pfrogner baute auch das erste Badehaus bei den Quellen von Marienbad, dessen Aufstieg zum Weltbad unter Abt Karl Reitenberger (1812 bis 1827) erfolgte.UnterAbt Clementso Begann eine rege Bautätigkeit. 1888 wurden die Infirmerie und Stallungen errichtet, die Mühle und das Brauhaus neu gebaut und ein Pos - und Telegraphenamt im Stift installiert. Abt Gilbert Helmer (1900 - 1944) baute an die Kirche den (neubarocken) Bibliothekstrakt an. Die Eröffnung der Eisenbahn Marienbad-Karlsbad schloss das Kloster an die Welt an.

Kirche den Bibliothekstrakt an
Kirche den Bibliothekstrakt an

Unter der Herrschaft des Nationalsozialismus (1938 - 1945) waren einige Stiftsmitglieder inhaftiert, andere in der Ausübung ihrer Aufgaben behindert. Das Stift musste in dieser Zeit auch die Marienbader Quellen und Kurhäuser veräussern.
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Kloster am 3. September 1945 militärisch besetzt und alle Insassen ein halbes Jahr im Stift in Haft gehalten.

Die deutschen Konventualen wurde im April 1946 nach Bayern vertrieben, die in den Pfarreien tätigen Patres wurden mit ihren Pfarrangehörigen ausgesiedelt. Das Stift in Tepl wurde 1945 zunächst der Administratur von Strahov unterstellt und unter dem Prior P. Hermann Josef Tyl als selbständige tschechische Kommunität konstituiert. 1950 wurde es wie alle Klöster der Tschechoslowakei aufgehoben. Es diente als Kaserne, während die Bibliothek öffentliche Kreisbibliothek wurde. Erst 1990 wurde das Kloster den Prämonstratensern zurückgegeben, allerdings in einem Zustand der Verwüstung.

Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Klosters Tepl im 20. Jahrhundert gehört P. Hermann Josef Tyl (1914 - 1993). Nach der Aussiedlung der deutschen Ordensmitglieder im Jahre 1946 gründete er in Tepl eine tschechische Gemeinschaft und wurde Prior des Klosters. Der aus den Konzentrationslagern in Auschwitz und Buchenwald befreite politische Häftling widmete alle seine Kräfte der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und der Besiedlung der Region. Er verhinderte die Klosterkonfiskation und erreichte die Entlassung der deutschen Ordensbrüder aus der Haft und ihren Transport nach Deutschland.

Nach dem Februar 1948 begann das kommunistische Regime den Kampf gegen die Kirche und besonders gegen die geistlichen Orden. Das Eigentum des Klosters wurde verstaatlicht und Hermann Josef Tyl gemeinsam mit den anderen Ordensbrüdern verhaftet. Prior Tyl wurde viele Jahre gefangengehalten, diesmal in einem kommunistischen Konzentrationslager. Im Jahre 1988, noch vor der Wende, wurde er von der Gemeinschaft, die bei uns der Illegalität lebte, heimlich zum Abt von Stift Tepl gewählt.

Im Dezember 1989 hielt Abt Hermann Josef Tyl die erste heilige Messe in seinem Kloster und eröffnete so eine neue Etappe des Lebens der Prämonstratenser in Tepl.

Die meisten Gebäude des Klosters wurden im 17. Jahrhundert unter Abt Raimund II. Wilfert im Barockstil umgebaut. Nicht nur das Innere der Kirche, sondern auch die Turmdächer und Fenster der Kirche wurden barocksiert, weiter wurde der Flügel der Prälatur und des Konventsgebäudes errichtet.

Støechy vìží
Støechy vìží
Interiér kostelaInteriér kostela
Interiér kostela

Barock ist auch das Gebäude der Forstverwaltung mit dem Haupttor, und aus der Zeit des Frühbarocks stammt der Kornspeicher im Klosterhof. Der Barockumbau betraf auch den Klostergarten und die Parkanlage.

Sýpka - vlevo Sýpka

Sýpka

Aus dieser Zeit stammen auch der Brunnen und die Kalvariengruppe im Hof und der Brunnen im früheren französischen Garten nordöstlich von der Kirche.

Sousoší kalvárie
Sousoší kalvárie

Das Aussehen des Klostergartens wurden durch die bauliche Entwicklung des Stiftes beeinflusst. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts war es zum größten Teil ein Nutzgarten - ein Kräuter - und Gemüsegarten. Erst nach dem Aufbau der Barockgebäude im 17. Jahrhundert wurde der Garten umgestaltet. Wie die Klosteranlage damals ausgesehen hat, zeigt die Gravierung des Stiftes aus dem Jahre 1735. Es entstanden zwei Gärten - ein Garten mit einer Gärtnerei (später wurde ein Gewächshaus gebaut) war der Öffentlichkeit zugänglich, der zweite durch eine hohe Mauer getrennte Garten gehörte zur Klausur. An der Südseite des Gebäudes befand sich ein kleiner Abteigarten. Beide Kreuzgärten mit einer Zentralfontäne in der Mitte waren im ornamentalen Stil gestaltet. So bestand der Garten bis zum Jahre 1903. In diesem Jahr wurden der neue Bibliotheks und Musemstrakt und die Wirtschaftsgebäude angebaut. Die barocke Steinmauer um den Garten wurde eingerissen, die alte Gärtnerei wurde aufgelöst, ein neues Gewächshaus und das Wohnhaus für den Gärtner gebaut, auf der Südseite der Klosteranlage aus dem Fluss Tepl ein Teich mit einem grossen Naturpark angelegt.

Die restlichen Teile des Barockgartens wurden in die neue Konzeption eingegliedert. Derzeit wird im Zusammenhang mit der Renovierung der Klosteranlage nach unl nach die Parkanlage neu gestaltet.

Die Klosterkirche Mariä - Verkündigung wurde am Ende des 12. und am Anfang des 13. Jahrhunderts als eine romanisch gotische 65,25 Meter lange und 15,6 Meter hohe Halenkirche erbaut. Am Ende des 17. und Anfang des 18 Jahrunderts wurde die Kirche im Barockstill umgebaut, dieser Umbau betraf hauptsächlich das Innere der Kirche. Der Hochaltar der Kirche hat der Marmorhauer Josef Lauermann un der Bildhauer Ignatius Platzer in dem Jahr 1750 angefertigt. Das Altarbild stellt die Verkündigung der Jungfrau Maria dar, es stammt von Peter Johann Molitor. Auch der zweite Altar, der Kreuzaltar in der Mitte des Hauptschiffes ist von J. Lauermann und I. Platzer.

Vnitøní výzdoba kostela
Vnitøní výzdoba kostela

Køížový oltáø
Køížový oltáø
Køížový oltáø
Køížový oltáø

Dei Heiligenstatuen (aus Holz gefertig) sind ein Werk von I. Platzer. Im Chor sieht man über den Chorstühlen die vier lateinischen Kirchenväter. In der Apsis des linken Seitenschiffes steht seit 1898 (nach der Seligesprechung Hroznatas im 1897) auf einem Altar aus weisem Marmor der Reliquineschrein des seligen Hroznata, des Gründers des Klosters. (Die ursprüngliche Grabstätte des seligen Hrozntata kennzeichnet der Stein im Pfaster vor dem Hauptaltar, dort steht auch der ursprüngliche Sarkofag.)
Rechts vom Altar zeigt ein Gemälde den seligen Hroznata als Ritter mit den von ihm gegründeten Klöstern. Das Gemälde stammt wie auch die Fresken über dem Eingang in die Kapelle, die Szenen aus dem Leben des Klostergründers zeigen, von Elias Dollhop.

Severní boèní kaple kostela „Hroznatova kaple“ v níž je uložen sarkofág s ostatky Blahoslaveného Hroznaty
Severní boèní kaple kostela „Hroznatova kaple“ v níž je uložen sarkofág s ostatky Blahoslaveného Hroznaty

Der Bibliothekstrakt links von der Kirche wurde in den Jahren 1902 bis 1907 unter Abt Gilbert Helmer nach Plänen des Marinebader Architekten Josef Schaffer errichtet. Der Hauptsaal ist 24 Meter lang, 12 Meter breit und 15, 5 Meter hoch. Die Deskengemälde von Professor Karel Krattner aus Prag stellen in der Mitte die Huldigung dme allerheiligsten Sakrament, die vier Evangelisten und die vier lateinischen Kirchenväter dar.

Die Bibliothekstrakt zählt über 100 000 Bände, davon 700 Handschriften und 540 Wiegendrucke. Die älteste Handschrift - ein lateinischer Beichtspiegel mit einem altdeutschen Gebet stammt aus dem 9. Jahrhundert. Zu den Schätzen der Bibliothek gehört der "Codex Teplensis", die erste Übersetzung des Neuen Testamentes in die deutsche Sprache, entstanden vor dem Jahr 1400. Über 40% der Bücher sind in lateinischer Sprache geschrieben, von den anderen Sprachen sind am meisten die deutsche und die tschechische Sprache vertreten.

Die Bibliothek ist Studenten und Forschern zugänglich.

Zur Zeit hat das Stift Tepl 17 Mitglieder, es verwaltet Pfarrgemeinden in Teplá - Stadt, Maienbad, Eger und weiteren 15 Orten in Westböhmen. Die Ordensmitglieder bemühen sich um den Wiederaufbau des Stiftes und allmählich gelingt es die geistliche und kulturelle Tradition des Klosters zu erneuern. Im Kloster werden ausser den regelmäsigen Gottesdiensten auch Konzerte und Ausstellungen veranstaltet. Fast das ganze Jahr über werden Klosterführungen in verschiedenen Sprachen angeboten.


 



 
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